Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen bringt einige Vorteile für die “Umwelt” und die städtische Luftqualität mit sich. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: Für Fußgänger stellen Elektroautos ein höheres Unfallrisiko dar als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Eine Studie aus Großbritannien hat gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, von einem Elektrofahrzeug erfasst zu werden, doppelt so hoch ist wie bei einem Verbrennungsmotor.

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Warum sind Elektrofahrzeuge gefährlicher für Fußgänger?

Der Hauptgrund für das höhere Risiko liegt in der Lautlosigkeit der Elektrofahrzeuge. Im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren sind Elektrofahrzeuge viel leiser, insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten. In städtischen Gebieten mit hohem Geräuschpegel kann dies dazu führen, dass Fußgänger die herannahenden Fahrzeuge nicht rechtzeitig hören und somit die Gefahr unterschätzen.

Studie aus Großbritannien

Laut der im Journal of Epidemiology & Community Health veröffentlichten Studie kommt es besonders beim Abbiegen in Großstädten häufig zu Unfällen.

Der allgemeine Geräuschpegel in Städten macht es für Fußgänger noch schwieriger, die nahezu lautlosen Elektrofahrzeuge wahrzunehmen.

Dies führt zu einer erhöhten Unfallgefahr, da Fußgänger oft unvermittelt auf die Straße treten, ohne die herannahenden Elektrofahrzeuge zu bemerken.

Lösungsansätze zur Reduzierung des Unfallrisikos

Um das Unfallrisiko für Fußgänger zu verringern, schlagen Experten verschiedene Maßnahmen vor:

  1. Automatische Notbremslösungen: Die Entwicklung und Implementierung von speziellen weiterentwickelten Notbremssystemen für Elektrofahrzeuge könnte helfen, Kollisionen zu vermeiden. Diese Systeme erkennen Fußgänger auf der Fahrbahn und bremsen das Fahrzeug automatisch ab.
  2. Akustische Warnsignale: Elektrofahrzeuge könnten mit akustischen Warnsignalen ausgestattet werden, die bei niedrigen Geschwindigkeiten aktiviert werden. Diese Geräusche würden Fußgänger auf das herannahende Fahrzeug aufmerksam machen, auch in lauten städtischen Umgebungen.
  3. Erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr: Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer sollten besonders in Großstädten und bei hohem Verkehrsaufkommen aufmerksam sein. Bewusstsein und Vorsicht können viele Unfälle verhindern.