Die Keramikversiegelung hat sich in den letzten Jahren bei professionellen Aufbereitern und Hobby-Detailern als äußerst beliebte Methode etabliert, um das Auto zu schützen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Wachsen und anderen Versiegelungen zeichnet sich die Keramikbeschichtung durch eine halbpermanente, glasartige Schutzschicht auf dem Lack aus, die sowohl Schutz als auch Glanz bietet.

Diese glasartige Schicht füllt die feinen Poren des Klarlacks, schafft eine besonders glatte Oberfläche und härtet aus.

Nachteile einer Keramikversiegelung

Diese Wirkung verhindert, dass Schmutz, Dreck, Baumharz und Vogelkot dem Lack Schaden zufügen können.

Nun, da ich die Grundlagen der Keramikversiegelung geklärt habe, gehen wir einen Schritt weiter und beleuchten die Nachteile dieser Methode sowie die Frage, ob es sich lohnt, sein Auto damit versiegeln zu lassen.

1. Intensive Vorbereitung

Einer der bedeutendsten Nachteile besteht in der aufwändigen Lackvorbereitung. Diese umfasst eine gründliche Fahrzeugaußenwäsche, idealerweise mit hochwertigem Autoshampoo, um auch kleinste Schmutzpartikel, Dreck und Teerreste zu entfernen.

Vor der Versiegelung sollte die gesamte Lackfläche poliert und entfettet werden. Ich persönlich empfehle die Verwendung einer Poliermaschine, da dieser Schritt besonders anstrengend ist. Das eigentliche Auftragen der Versiegelung nimmt oft nicht viel Zeit in Anspruch und stellt den letzten Schritt dar.

2. Lange Trocknungszeiten

Im Gegensatz zu anderen Wachsen oder Versiegelungen müssen Keramikbeschichtungen aushärten.

Nach dem Auftragen sollte das Fahrzeug etwa 12 Stunden an einem trockenen und windgeschützten Ort stehen, vorzugsweise in einer Garage oder Halle.

Es ist ratsam, die Versiegelung in einer Garage aufzutragen, um auch vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, da Sonne das Aushärten der Versiegelung beschleunigen kann.

3. Schwierige Entfernung

Die Entfernung der Keramikbeschichtung gestaltet sich etwas komplexer, da sie sich wie eine zweite Lackschicht auf dem Klarlack absetzt und verbindet.

Es gibt verschiedene Methoden, um die Beschichtung zu entfernen, wie die chemische Variante oder mein persönlicher Favorit, das Abpolieren der Beschichtung.

Keramikversiegelung entfernen

Hierfür wird eine Exzenterschleifmaschine und ein Schleifpad mit 3000er Körnung benötigt. Es ist äußerst wichtig, vorsichtig vorzugehen, um den darunterliegenden Klarlack nicht zu beschädigen.

Nach dem Abpolieren ist es empfehlenswert, den Lack komplett neu aufzubereiten und erneut zu versiegeln.

4. Nicht ganz einfaches Auftragen

Das Auftragen kann mitunter knifflig sein, da einige der Versiegelungen mehr Vorbereitung und spezielle Auftragstechniken erfordern als andere.

Die meisten Versiegelungen werden jedoch mit einem Auftragstuch und einem Auftrageblock gleichmäßig auf dem Lack verteilt.

Diese Technik ermöglicht eine gleichmäßige Beschichtung auf der gesamten Lackfläche.

5. Schützt nicht vor Steinschlägen

Eine Keramikbeschichtung bietet keinen Schutz vor Steinschlägen, jedoch kann sie kleinere Steinschläge und Kratzer mildern.

Da sie im Prinzip eine zusätzliche harte Schicht auf dem Lack darstellt, reduziert sie die Auswirkungen von Steinschlägen, bevor sie den Klarlack erreichen.

6. Kostenintensiv

Keramikbeschichtungen sind nicht günstig, insbesondere wenn sie von einem professionellen Aufbereiter durchgeführt werden, da die erforderlichen Arbeitsschritte zeitaufwendig sind.

Je nach Fahrzeuggröße und Lackvorbereitung können die Kosten für eine Beschichtung zwischen 1000 und 2500 Euro liegen.

7. Equipment nötig

Um den Lack zu beschichten, wie bereits zuvor besprochen, müssen mehrere Arbeitsschritte durchgeführt werden, und dafür benötigen wir bestimmte Ausrüstung, wie:

  • Eine Poliermaschine
  • Mehrere Mikrofasertücher
  • Einen Eimer zum Waschen
  • Handtücher zum Trocknen des Autos
  • Ein Autoshampoo
  • Politur
  • Keramikbeschichtung
  • Ausreichend Licht

Diese Materialien sollten auf jeden Fall zur Hand sein, wenn man sich für die Beschichtung seines Lackes entscheidet.

Lohnt sich eine Keramikbeschichtung?

Autolack vor Vogelkot schützen

Meiner Meinung nach: definitiv ja! Hochwertige Keramikbeschichtungen können mehrere Monate bis Jahre halten und bieten einen effektiven Schutz vor UV-Strahlen, Vogelkot, Baumharz, kleinen Mikrokratzern und Steinschlägen auf dem Lack.

Welche Alternativen gibt es?

Neben der Keramikversiegelung gibt es zwei weitere gängige Alternativen zum Schutz des Autolacks: die Nanoversiegelung und das klassische Autowachs.

Beide Varianten unterscheiden sich jedoch deutlich in Bezug auf ihre Haltbarkeit im Vergleich zur Keramikversiegelung.

Die Nanoversiegelung bildet auf der Oberfläche des Lackes ein sogenanntes Kristallgitter, das sich durch die winzigen Nanopartikel in die Poren der Lackoberfläche setzt.

Dies schafft eine glänzende und wasserabweisende Barriere. Die Nanoversiegelung bietet einen guten Schutz und eine ansprechende Optik, kann jedoch nicht mit der Langzeitwirkung der Keramikversiegelung mithalten.

Das klassische Autowachs erzielt einen ähnlichen Effekt wie die Nanoversiegelung, jedoch ist das Auftragen in der Regel noch einfacher und schneller.

Das Wachs, das oft aus der Carnaubapflanze gewonnen wird, legt sich auf den Lack und lässt Wasser einfach abperlen. Dies sorgt für eine glänzende und satte Oberfläche.

Autowachs bietet eine gute Schutzschicht, jedoch ist seine Haltbarkeit im Vergleich zur Keramikversiegelung ebenfalls begrenzt.

Welche Schäden können durch unsachgemäße Anwendung entstehen?

Eine unsachgemäße Anwendung von Keramikversiegelungen kann erhebliche Schäden am Lack des Autos verursachen. Hier sind einige typische Beispiele:

  1. Kratzer durch schlechte Vorbereitung des Lackes: Wenn der Lack nicht ordnungsgemäß vor dem Auftragen oder Polieren vorbereitet wird, können Kratzer entstehen.
  2. Läufer und Tropfenbildung: Wenn zu viel Keramikbeschichtung aufgetragen wird und nicht schnell genug nachgewischt wird, können sich Läufer und Tropfen auf der Lackoberfläche bilden.
  3. Lösen der Keramikbeschichtung: Wenn der Lack nicht ausreichend entfettet wird, kann die Keramikbeschichtung bereits nach wenigen Wochen beginnen, sich zu lösen.
  4. Auftragen auf Roststellen oder Schrammen: Das Auftragen der Beschichtung auf Roststellen oder Schrammen kann zu Abplatzern oder Farbschäden führen.

Fazit und meine Meinung

Keramikversiegelungen sind eine großartige Möglichkeit, langanhaltenden Schutz und einfache Reinigung zu gewährleisten.

Verschiedene Versiegelungen

Der Prozess erfordert zwar Aufwand und Zeit, aber wenn man sich an einem Wochenende Zeit nimmt, kann man nicht nur Geld sparen, sondern auch seinem Auto einen langanhaltenden Gefallen tun.

Häufig gestellte Fragen


Wie lange hält eine Keramikversiegelung?

Keramikversiegelungen haben die längste Haltbarkeit unter allen Versiegelungen. Hochwertige Keramikversiegelungen können mehrere Jahre halten, vorausgesetzt, sie werden regelmäßig gepflegt und gereinigt.

Kann eine Keramikversiegelung entfernt werden?

Da eine Keramikversiegelung sich mit dem Lack verbindet, gestaltet sich dieser Prozess sehr aufwendig.

Um die Versiegelung zu entfernen, muss sie mit einer Poliermaschine und einem besonders feinen Schleifpad abgetragen werden. Eine sorgfältige Lackvorbereitung ist daher entscheidend, um diesen Schritt zu vermeiden.

Eignet sich eine Keramikversiegelung auch für ein Wohnmobil?

Ja, Wohnmobile können genauso wie PKWs mit Keramik versiegelt werden, hier gelten die gleichen Bedingungen.

Sind Keramikversiegelungen Waschanlagen tauglich?

Ja, eine Keramikversiegelung schützt vor den kleinen, lästigen Waschanlagen Kratzern, die ansonsten aufwendig entfernt werden müssten.