Autohändler in Deutschland stehen vor großen Herausforderungen, da Volkswagen plant, das neue Agenturmodell weiter auszubauen. Dieses Modell, bei dem die Händler nur noch als Vermittler zwischen Hersteller und Endkunden agieren und eine Provision für den Verkauf erhalten, könnte zu erheblichen finanziellen Einbußen führen.

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Das Agenturmodell und seine Auswirkungen

Volkswagen hat das Agenturmodell bereits für Elektrofahrzeuge getestet, insbesondere seit dem Verkaufsstart des ID.3. Bei diesem Modell entfällt für die Händler das Risiko des Lagerbestands, da die Autos direkt vom Hersteller geliefert werden. Allerdings ist die Marge für die Händler deutlich geringer, was bei vielen für Unmut sorgt. Statt direkt am Verkauf zu verdienen, erhalten die Händler lediglich eine Provision.

Skepsis und Widerstand der Händler

Die Reaktionen der Händler auf diese Pläne sind überwiegend negativ. Viele befürchten, dass sie durch die geringeren Margen nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können. Besonders besorgniserregend ist für die Händler die Ankündigung, das Agenturmodell auch auf Verbrennermotoren auszuweiten. Einige Händler haben bereits laut darüber nachgedacht, die Zusammenarbeit mit VW zu beenden, sollte das Modell flächendeckend eingeführt werden.

Zukunftsaussichten und Alternativen

Ob sich das Agenturmodell langfristig durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Die Einführung des Modells könnte jedoch dazu führen, dass Händler verstärkt nach Alternativen suchen. Insbesondere chinesische Fahrzeughersteller könnten von dieser Entwicklung profitieren, da Händler möglicherweise Partnerschaften mit neuen, lukrativeren Marken in Erwägung ziehen.

Die Diskussion um das Agenturmodell wirft auch die Frage auf, wie sich der Automobilmarkt in Europa künftig entwickeln wird. Werden traditionelle Händlernetzwerke weiterhin bestehen oder wird der direkte Vertrieb durch die Hersteller zur neuen Norm? Diese Veränderungen könnten den Markt grundlegend verändern und zu einer stärkeren Präsenz neuer, internationaler Marken in Europa führen.